The Intelligence of the Masses.
Björn,
Danke für den sehr guten Beitrag. Aber wie schon in einer ersten Reaktion darauf und wie auch nicht anders zu erwarten sehe ich sowohl die Schlussfolgerungen falsch als auch die Logik, die dazu führt. Warum?
Die These, die ich vertrete ist dass Digital, also mit anderen Worten und in der endlichen Konsequenz die Vernetzung und digitalisierung unserer Welt nicht als ein weiteres Medium betrachtet werden kann sondern um sie zu begrifen und auch damit auch kreativ, konstruktiv und sinnvoll um zu gehen, muss man sie als die neue Infrastruktur begreifen. Mit Infrastruktur meine ich aber nicht eine Analogie aus der Mobilität sondern was ganz anderes. Es ist die Elektrizität des 21. Jahrhunderts. Oder wenn wir weiter gehen wollen, es ist das Nervensystem unserer globalen Existenz.
Die Digitalisierung der Welt ist wenn man es so will, die logische konsequenz der Evolution. Weil die Vernetzung von allem existierenden auf dieser welt und ihrer verknüpfung intelligenter, schneller und vor allem resistenter ist als ihr biologisches Pendant. Nämlich das einzelne menschliche Hirn. Wenn man das gesamte Datenvolumen aber auch das gesamte Wissen im world wide web stand august 2010 nimmt, dann bräuchte man um sie zu sammeln 100.000.000.000 Menschengehirne. In Worten Hundert Milliarden ( mehr dazu unter: http://bit.ly/d7QzdY ) Wie wir alle wissen kann die Erde, auf der wir leben nicht mal 15 Milliarden Menschen ertragen ohne einen kollateralschaden für unsere Existenz. Das ist aber nur die reine Grösse des Wissens. Denn die art und weise wie mit diesen ungehueren Datenmengen und Wissen umgegangen und interagiert wird, kann man mit Zahlen nicht mehr ermessen. Fakt ist aber dass wir es mit einem in der Geschichte derErde noch nie dagewesenen Nervensystem zu tun haben, das intelligenter, flexibler, unberechenbarer und produktiver ist als alles zuvor dagewesene. Superiorität und Effizenzsinddie Wesensmerkmale von Evolution. Mit der digitalisierung erreichen wir einen neuen Meilenstein. Diese unglaubliche Intelligenz und ihr Nervensystem hat ein eigenes interaktionsmodus. Die teile kommunizieren nicht mit einander wie wir es von menschlicher interaktion kennen, sondern als verbund in diesem digitalen Nervensystem interagieren sieim sinne des grossen und ganzen.
Durch ihr Verhalten und durch ihre veränderte Denkweise optimieren sie stäandig und in Lichtgeschwindigkeit ihr Leben. Sie kommen schneller an wichtige Informationen, wissen besser und genauer wo sie bestimmte dinge bekommen, können Raum und Zeit mühelos überwinden, schafen unendlichen archivraum und können das weniger nützliche, das langsame, das unproduktive viel schneller, viel effizienter und viel konsequenter aussortieren. Klingt sehr rational, ist es aber gar nicht. Wissen bei intelligenten Wesen wie Menschen hat mit Erinnerung zu tun und wir erinnern uns grundsätzlich an dinge in einem emotionalen Kontext. Mit diesem emotionalen kontext ist aber das sinnvolle, nützliche, der Mehrwert gemeint, die uns in unserem Leben aber auch im laufe der Evolution zu dem gemacht haben was wir sind. Bezogen auf das digitale Nervensystem bedeutet das: Man kann es nicht verführen durch althergebrachte Kommunikation. Man muss das system und seine Bestamdteile von der Superiorität überzeugen.
Die Masse entscheidet ganz intuitiv im Sinne des digitalen Nervensystem was gut und was schlecht ist und die masse ist immer mehr und immer mehr vernetzt. Wie fas Gehirn eines erwachsenen im alter von 18 Jahren genug verknüpfungspunkte und Verbindungen zwischen Nervenzellen aufgebaut hat dass man ihn nicht wie einen 3 jährigen für dumm verkaufen kann. Wenn dem so ist, dann haben wir es also nicht mit einem medium zu tun und so genannte soziale Netzwerke sind auch keine Medien. Und erstt jetzt wird es für uns Kommunimationsprofis wirklich spannend. Denn um diese Masse an Intelligenz zu überzeugen, müssen wir selbst systeme schaffen. Systeme, die Erinnerungen und Erfahrungen schaffen, die so überlegen sind, dass diese intelligente masse sie in ihr digitales Gedächtnis als Relevant speichert.
Und damit fängt auch unsereigentliches Problem an. Relevanz und überlegenheit haben nichts mit Worthülsen, brandstrategien oder PR und werbekonzepte zu tun sondern einzig und allein mit Taten. Und Verführen lässt sichdie Intelligenz der Masse nur wenn auch die überzeugenden Vorteile als nachvollziehbar erkannt werden. (Eine sehr gute Perspektive zum Thema Digital nimmt auch Wired ein: http://bit.ly/bvRGG0 ) Also ist es höchste Zeit dass die so genannten kommunikationsprofis und marketer aufwachen und erkennen, dass ihr gesamtes wissen, ihr gesamte lehre und ihre gesamten annahmen in die Recyclinghalle der Geschichte gehören. Sie sollten endlich anfangen demutig, offen und mit Respekt dieMacht der Intelligenz der Masse zu erkennen und sieauch demntsprechend zu behandeln. Denn diese intelligenz der Masse verändert gerade nicht nur ein paar Verhalten, Werte und Denkweisen sondern nachhaltig und für immer alles auf dieser Welt.
